New York. Capital of Food

New York. Capital of Food
Hölker Verlag
Lars Wentrup, Lisa Nieschlag
176 Seiten
Rezepte und Geschichten aus New York.

Internationale Rezepte, vielfältig wie der Big Apple selbst, kulinarisch inspiriert von asiatischen, mexikanischen oder jüdischen Einflüssen. Lassen Sie sich vom Flair New Yorks begeistern und genießen Sie die Reise durch die Welthauptstadt des Genusses.

So schmeckt New York!

Art.Nr.: 25682

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REZENSION

Kaum einer anderen Stadt kommt so viel Kultcharakter und Aufhebens zu wie New York City; einer Metropole, der man nicht nur nachsagt, dass sie niemals schlafe – auch als der Schmelztigel verschiedener Einwandererküchen wird New York gerne gehandelt. Dieser Prämisse haben sich nun auch Lisa Nieschlag und Lars Wentrup angenommen und mit New York – Capital of Food ein umfassendes Kochbuch vorgelegt, das mehr bieten möchte als nur eine schnöde Rezeptesammlung.



Dieser Eindruck bestätigt sich dann auch schon vor dem Öffnen des Einbandes: Glänzende Prägungen in Schwarz und Gold lassen das Buch allein optisch sehr edel und ansprechend aus dem bunten Einheits-Mischmasch herausstechen und versprechen sorgsam kuratierte Kochanleitungen. Auch das Innenleben wurde liebevoll und mit klarem Blick für Schnörkellosigkeit von Designer Lars Wentrup gestaltet. Lebhafte Aufnahmen direkt aus dem Herzen der Weltmetropole und ansprechende Food-Photography runden das Optische wunderbar ab und verhindern, dass allzu klare Kanten übermäßig steril wirken.



Viel Atmosphäre versucht das Buch zudem dadurch zu erzeugen, dass hie und da Auszüge aus Texten von Schriftstellerinnen und Schriftstellern wie Dorothy Parker oder Paul Auster das besondere Flair der Stadt einfangen und greifbar machen sollen. Von diesem Aufwasch an Augenschmaus lasse ich mich aber nur kurz ablenken und schaue dann doch rasch auf die Rezeptauswahl, die – wie es sich für ein Kochbuch über New York gehört – extrem vielfältig gestaltet ist. Apple Strudel, Pastrami Sandwiches, Seafood Gumbo, Burritos, hier wird einiges aufgefahren, um der geneigten Leserin, dem geneigten Leser eindringlich einzubläuen, dass New York City einem auf kulinarischer Ebene quasi alles bieten kann.



Eine solche Auswahl mag bei Klassikern wie Caesar Salad, Red Velvet Cheesecake, New York Style Pizza oder Hot Dogs noch einleuchten, doch leider scheint mir die Auswahl der Gerichte bisweilen etwas willkürlich: Falafel und Burritos finden sich mitunter seit Jahrzehnten auch in diversen Wiener Gräzln, in Fett ausgebackene Kichererbsenbällchen als für Wiener Beisl typische Küche zu deklarieren wäre dann doch etwas überzogen. Andere Standardwerke durchleuchten die New Yorker Küche da von innen heraus vielleicht authentischer – und damit auch überzeugender. Aber geschenkt: den immensen Einfluss polnisch-jüdischer oder süditalienischer Einwanderer als nur zwei der Eckpfeiler der typischerweise mit New York assoziierten Geschmacksrichtungen muss man nicht erneut durchleuchten.



Wer konträr zu mir aber ohne solch bundesdeutsche Pedanterie sattelfest ist, wird jedoch mit einigen feinen Rezepten belohnt, die größtenteils gut durchschaubar und fein umsetzbar sind. Auch bei den Kochanleitungen geht es mehr darum, das Feeling oder vielleicht den Geschmack der Stadt aufzuzeigen, und weniger darum das Publikum mit waghalsigen Kochexperimenten zu knechten. Eben ganz so, wie es die Küche New Yorks typischerweise auch ist – von verschiedensten Kulturen beeinflusst, ehrlich und doch immer wieder mit einem raffinierten Twist. HobbyköchInnen, EinsteigerInnen und solche, die sich kulinarisch auf den nächsten Flug an die amerikanische Ostküste vorbereiten möchten, dürfen hier also getrost zugreifen und direkt die Löffel schwingen.
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