Vietnamesische Straßenküche

Vietnamesische Straßenküche
AT Verlag
Tracey Lister & Andreas Pohl
206 Seiten
Rollen, Grillen, Braten, Kochen, Dämpfen, Frittieren und vieles mehr, was die vietnamesische Straßenküche eben so alles her gibt! Hintergrundinformationen über Geschichte und Soziologie des Landes werten dieses Buch auf!

Art.Nr.: 24260

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REZENSION

Egal, ob Sie Vietnam bereist haben oder nicht, dieses Buch versetzt Sie sofort in eine bunte, laute, freundliche Welt in der die herrlichsten Köstlichkeiten unprätentiös am Straßenrand von Plastiktellern genossen werden. Wer nun denkt, die Küche, die unter so simplen und ungezwungen-geselligen Umständen serviert wird, sei ebenfalls einfach, der irrt. Die Garküchen auf Vietnams Straßen sind je nach Typus entweder Buffets oder hochspezialisierte Essenausgaben, die jeweils nur ein (oder wenige) Gerichte bieten, dafür aber in oft legendärer Qualität. Die Rezepte werden streng gehütet und sind in ihrer Gesamtheit oft nur einer einzigen Person zugänglich, die sie wiederum nur einer einzigen Person, oft der Schwiegertochter, weitergibt. Dank der Vielzahl der mobilen Garküchen haben es die Anbieter nicht nötig, ihr Angebot zu variieren. Im Gegenteil, Garküchen wie das „Cha Ca La Vong“ in Hanoi, das seit über 100 (!) Jahren einzig und allein gebratenen Fisch mit Kurkuma, Dill und Erdnüssen auf kalten dünnen Reisnudeln serviert, sind genau dafür legendär. Nun stellt sich die Frage, woher die Autoren die Rezepte haben. Bei einem Sabbatjahr in Hanoi haben die Köchin und ihr Mann im Rahmen eines Sozialprojektes tiefe Einblicke in die vietnamesische Küche bekommen. Heute leben sie in Hanoi und betreiben dort das Hanoi Cooking Center, dessen Köche an der Rezeptentwicklung beteiligt waren.
Nach einer ausführlichen Einleitung mit geschichtlichen und soziologischen Hintergrundinformationen folgen Rezepte aus den Bereichen Rollen, Grillen und Braten, Kochen und Dämpfen, Frittieren, Baguettes und Salate, Süßes und Saucen. Wunderbar ergänzt werden die Rezepte durch Portraits vietnamesischer Garküchen und deren Betreiber sowie die lebendigen Fotos von Michael Fountoulakis. Natürlich setzt das Nachkochen ein Gang in den asiatischen Supermarkt voraus, sorgen doch vor allem frische Kräuter für die typische Würze. Getrocknete Gewürze werden eher sparsam eingesetzt, die benötigten erhalten Sie bei Babette´s, zB. Kampot-Pfeffer oder Chinese Five Spice. So vielfältig die Rezepte sind, so unumgänglich scheint Fleisch als Bestandteil. Vegetarier werden daher wenig Freude mit dem Buch haben, dem tierproteinhungrigen Volk mit Freude an Exotik sei es aber auf jeden Fall wärmstens ans Herz gelegt. Egal, ob Sie sich nun wagemutig über die Rezepte stürzen, einen Flug nach Vietnam, einen Kochkurs oder Tisch in einem vietnamesischen Lokal buchen – „Nur Schauen“ spielt´s angesichts dieser schönen und appetitanregenden Lektüre sicher nicht. Dass die Fotos ein Aroma verströmen habe ich mir aber nur eingebildet – oder?
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