The New York Hot Bread Kitchen Project

The New York Hot Bread Kitchen Project
Berlin Verlag
Jessamyn Waldmann Rodriguez, Julia Turshen
304 Seiten
20 Frauen. 15 Nationen. 130 Rezepte.

Im Jahre 2007 wurde das erste offizielle Hot-Bread-Kitchen-Brot gebacken und verkauft. Mittlerweile sind bei dem Projekt nicht nur zwei, sondern 61 Leute angestellt und die Hot Bread Kitchen ist international bekannt. Jessamyn Waldman Rodriguez schuf eine Bäckerei in dem traditionelles Brot aus aller Frauen Länder gebacken wird, den die meisten der Bäckerinnen sind Einwanderinnen, oder deren Kinder. Und dort teilen sie auch ihre traditionellen Rezepte und tragen so weiter zum Projekt bei: Mexikanische Mais- und Weizentortillas, indisches Naan, amerikanische Hotdogbrötchen, jüdische Challah. All das und noch viel mehr.

Art.Nr.: 27735

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REZENSION

Ich war ja der Meinung bereits genug Backbücher zu besitzen, aber als ich das erste Mal das Buch „The New York Hot Bread Kitchen Project — 20 Frauen, 15 Nationen, 130 Rezepte“ von Jessamyn Waldman Rodriguez und Julia Turshen aufschlug, musste ich meine Meinung (wieder einmal) revidieren. Auch wenn es sich hierbei grob gesagt vorrangig um ein Brotbackbuch handelt, ist es doch um so vieles mehr.

Entstanden ist es aus einem Sozialprojekt in East Harlem, das Frauen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund und Jobs im Niedriglohnsektor eine Ausbildung ermöglicht. Genau diese kulturelle Vielfalt, die im Titel bereits angesprochen wird, schlägt sich auch in den Rezepten nieder — und es sind bei weitem nicht nur Brotrezepte, sondern auch eine Reihe von weiteren Rezepten, die zu den Broten (ein Begriff, der hier im allerweitesten Sinn verstanden wird) passen, und die die Herkunftsländer der Mitarbeiterinnen widerspiegeln.

Was dieses Buch auch ganz besonders macht ist, dass einzelne Frauen, die ihren Weg durch die Hot Bread Kitchen gemacht haben in einfühlsamen Portraits vorgestellt werden. Hinzu kommen noch Businesstipps bzw. „Rezepte für Unternehmertum“, die insbesondere für Unternehmen mit sozialer Mission interessant sind, aber auch einen Einblick in diesen sehr erfolgreichen Betrieb bieten. Denn wie im Buch auch gesagt wird, „unsere Brote schmecken fantastisch und sind unvergleichbar, aber es sind die Menschen, die Ihnen diese Rezepte liefern, und ihre Geschichten, die alles erst so besonders machen.“

Nun aber zum Buch selbst, es verfügt über eine ausführliche Einleitung zu Zutaten und Zubehör, und alle Rezepte sind so geschrieben, dass auch ungeübtere Bäckerinnen und Bäcker die Anleitungen ohne Probleme befolgen können. Auch entgegen dem derzeitigen Trend zum Sauerteig, kommen die Brote in diesem Buch großteils ohne ebendiesem aus, setzen dafür aber trotzdem auf die Kombination von wenig Triebmittel plus langer Ruhezeit für guten Geschmack.

Eingeteilt ist das Buch in sieben Kapitel, und zwar zwei zu Fladenbroten (gesäuert und ungesäuert), darauf folgen Tortillas & Co., dunkle und knusprige Brotlaibe und Brötchen, Challah und weitere angereicherte Brote, gefüllte Teige aus aller Welt, schnelle Brote und Festtagsbrote und zu guter Letzt auch noch ein Kapitel zur Resteverwertung.

Zu den Broten gesellen sich Familienrezepte aus dem Alltag der Mitarbeiterinnen, wodurch man mit diesem Buch einen Rezepteschatz aus vielen Teilen der Welt beisammen hat: Wie man es für New York erwarten würde, entstammen viele Rezepte der jüdischen Tradition (was sicherlich auch auf den familiären Hintergrund der Autorin zurückzuführen ist), dann gibt es viele aus Mexiko und weiteren Teilen Mittel- und Südamerikas, aber auch aus Italien, Irland, Bangladesch, Indien, Iran, Vietnam, Äthiopien und aus vielen weiteren Ländern ist etwas dabei.

Fast alle Gerichte sind auch wunderschön und ansprechend abgebildet, und dort wo es hilfreich ist, gibt es Schritt-für-Schritt Fotoanleitungen um komplexere Abläufe zu erleichtern. Somit ist es wirklich so, dass egal auf welcher Seite man dieses Buch aufschlägt, man sofort Lust auf’s Backen und Kochen bekommt, und am liebsten gleich viele Freundinnen und Freunde einladen möchte um diese Köstlichkeiten gebührend zu würdigen.
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