Das Geheimnis der Vietnamesischen Küche

Das Geheimnis der Vietnamesischen Küche
Kunstmann Verlag
Kim Thúy
190 Seiten
Familienrezepte aus Vietnam.

Die Autorin Kim Thúy erzählt uns gleich in der Einleitung: Vietnamesen haben ein Problem damit, ihre Gefühle auszudrücken, darum fragt man lieber, ob der Gesprächspartner schon gegessen hat, oder erzählt von den tollen Frühlingsrollen, die man gemacht hat und ob man denn nicht eine haben mag. Gefühle werden über das Essen weitergegeben. Und dieses Essen und die damit einhergehenden Gefühle teilt die Autorin jetzt auch mit ihren LeserInnen, vermittelt Basiswissen und viele schmackhafte Rezepte der Vietnamesischen Küche, zum Beispiel Canh Chua Cá, die suß-saure Suppe, oder Cà Tím Nu’ò’ng, gegrillte Melanzani auf vietnamesische Art.

Art.Nr.: 26458

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REZENSION

Kim Thúy offenbart in ihrem Kochbuch „Das Geheimnis der vietnamesischen Küche“ nicht nur Einblicke in die vietnamesische Kulinarik, sondern auch in einen Teil der Kultur, die dahintersteht. Das Werk ist eine schöne Mischung aus persönlichen Erzählungen und köstlichen Gerichten, die auch für Anfänger_innen geeignet sind.

Das erste Kapitel birgt eine gute Grundeinführung über Fischsauce, Nudelsorten, Kräuter, die perfekte Reiszubereitung und vieles mehr. Danach geht es weiter mit: Suppen — Nudelschalen und Kurzgebratenes — Gemüse — Frittiertes und Gebratenes — Geschmortes — Frühstück — Châ Bong — Desserts und Süßigkeiten. Zusätzlich sind die einzelnen Kapitel besonderen Frauen aus Thúys Familie gewidmet: Ihrer Mutter und ihren Tanten.

Die meisten Rezepte haben sowohl Fleisch- als auch Gemüsekomponenten und vereinen typisch asiatisch frische, scharfe, süße und saure Geschmacksnoten. Ein Asia-Laden in der Nähe ist allerdings notwendig, um alle Bestandteile zu bekommen, wie die bereits erwähnte Fischsauce, Tamarinde, Zitronengras, exotische Kräuter, Reisnudeln, Reisessig usw.

Besonders empfehlenswert sind zum Beispiel: „Karamellisiertes Schweinefleisch mit Mungbohnensprossensalat“, „Garnierte Nudelschalen mit Tofu und Zitronengras“ oder wenn’s was Süßes sein soll — vielleicht geeiste oder gebackene Bananen?

Darüber hinaus lohnt es sich wirklich durch die liebevoll gestalteten Textpassagen zu schmökern. Die erfahrene Schriftstellerin versteht es wirklich, Geschichten zu erzählen! So erfährt man unter Anderem von Essensritualen der Vietnamesinnen und Vietnamesen, ungewöhnlichen Frühstücksgewohnheiten und vor allem, dass Zuneigung in Vietnam zwar nicht offen artikuliert wird, aber ihren Ausdruck in der Form von wohlschmeckenden Leckereien findet. „Wir drücken unsere Gefühle lieber über das Essen aus“, schreibt Kim Thúy. Und das schmeckt man!
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